selkbs
Jahreslosung 2018
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wasser umsonst.
Offenbarung 21,6
Tageslosung




Monatsspruch für August 2018
          Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott,  und Gott bleibt in ihm.
   
1. Johannes 4,16
                                      Neue Pfarrer



Es gibt Leute, die behaupten, Kirchenglocken kommen schon in der Bibel vor!

 Nun, sicherlich keine aus Metall gegossenen! Es wird auf Apostelgeschichte 2,2 hingewiesen. Da steht zwar nichts von Glocken, sondern nur von einem “Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind“. – “Aber“, sagen, die obiges behaupten, “wer mal richtig darüber nachdenkt, muss doch zugeben, dass das Brausen an Pfingsten dieselbe Funktion wie unsere heutigen Kirchenglocken hat. Es sollte Leute neugierig machen, herrufen, ihnen Beine verleihen, damit sie herkommen und, wenn sie dann erst einmal da sind, hören, was Gott ihnen zu sagen hat. Windesbrausen und Kirchenglocken, beide sind sie Hinrufer zu Gottes Wort!“

 Unser Titelbild gibt den Blick frei auf das Innenleben unseres Glockenturmes. Es wurde kürzlich inspiziert. Ziel dabei war es  festzustellen, ob die Einladung zu Gottes Wort noch ein wenig freundlicher ausfallen könnte. Dabei fiel unter anderem auf, dass die Glockenbremse zu unserer schwersten Glocke nicht richtig funktioniert.

Nun, gebremst oder ungebremst, haben unsere vier Glocken ja eine “wunderbare Stimmung“. Denn jede der vier Glocken ruft uns mit ihren jeweils in sie gegossenen Botschaften etwas zu von dem, wofür sie stehen. Die erste: “Komm, o mein Heiland Jesus Christ“. Die zweite: “Dein Wort, Herr, nicht vergehet“. Die dritte: “Kommt und lasst uns Christum ehren!“. Die vierte: “Sing, bet und geh auf Gottes Wegen.“ Diese vierte Botschaft ist dann auch der Gesamtklang unserer vier Glocken, die hintereinander, weil auf B, Es, F und Ges gestimmt, eben diese Botschaft aus dem Lied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ in ihren vier Anfangstönen auch wirklich anstimmen.

Schön, wenn sich in unserer Gemeinde Gedanken gemacht wird, wie man das, was aus unserem Glockenhaus schließlich herausklingt, noch verschönern könnte oder, besser gesagt, ein wenig angenehmer für die Ohren macht. Gut zu wissen, dass dabei nichts an der Botschaft, auf die unsere Glocken gestimmt sind, verändert werden soll. Die ist und bleibt gleich: Menschen sollen zu Christus gerufen werden. um im Gottesdienst ihm, dem Auferstandenen und Lebendigen, selbst zu begegnen.

 Kürzlich war ich dabei, als sich einige Leute darüber unterhielten, wie oft eigentlich und wann bei uns und bei anderen Kirchen im Heidberg die Glocken läuten. Nun, wer weiß es? Ich werde es hier nicht beantworten. Jeder im Heidberg und in der ganzen Stadt oder, wo immer er wohnt, möge doch mal ganz bewusst darauf achten. Ich selbst, soviel will ich hier verraten, ob nun angeregt durch das gerade geschilderte Gespräch oder durch zufälliges besseres Hinhören auf die Glocken, habe mich kürzlich neu aufrufen lassen zu dem, wozu Kirchenglocken ja seit vielen Jahrhunderten rufen  -auch heute und das viel, viel öfters, als das die meisten denken-  nämlich zum Gebet. Wie schön, wenn ich mich auch in meinem Alltag herausrufen lasse aus aller Geschäftigkeit, Hektik oder auch Langeweile und Gottvergessenheit zum bewussten Innehalten für LEBENS-NOT- WENDIGES, das Gespräch mit meinem Gott. 

Mit dem Wunsch um gutes Hinhören auf die Glocken, ob besonders an Sonntagen  -oder vielleicht doch auch an Werktagen?- grüßt herzlich

                

   Ihr/Euer

  Pastor Thomas Seifert