Jahreslosung 2021
Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Lukas 6, 36 (L + E)























Monatsspruch für August 2021
Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
2. Könige 19,16 (E)
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Angedacht!


"Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“

1. Korinther 6,19f


LiDr. Andrea Grünhagenebe Leserinnen und Leser,

am 8. Sonntag nach Trinitatis geht es, in Begriffen des modernen Marketings gesprochen, um die Außenwirkung, um die werbewirksame Außenfläche der christlichen Kirche und des persönlichen Christenlebens. Salz und Licht sind da die Stichworte. Das Salz entfaltet seine Wirkung oder auch nicht, das Licht leuchtet oder auch nicht. Bemerkenswerterweise kann man offenbar beides verhindern, aber man kann es nicht aus eigener Kraft bewirken. Das ist einsichtig und eher allgemein. Klar, mein Christsein, mein Glaube soll ausstrahlen auf meine Umgebung.

Im für diesen Sonntag vorgeschlagenen Predigttext bleibt der Apostel Paulus nun allerdings nicht allgemein, sondern er wird sehr konkret. Viel näher könnte uns Gottes Wort gar nicht kommen. Denn es geht um unseren Körper. Was hat der mit dem Glauben zu tun? Ich will es einmal so formulieren: Was du mit deinem Körper anstellst, wie du mit ihm umgehst, was du in Sachen Sexualität tust – das hat Auswirkungen. In mehrfacher Hinsicht. Das Wichtigste nennt Paulus in den oben zu lesenden Versen. Gott hat dich nicht nur teilweise erlöst, sondern ganz. Unter Einsatz seines ganzen Lebens und buchstäblich in letzter Konsequenz mit seinem gequälten, sterbenden Körper am Kreuz. Christus hat seinen Leib hingegeben. Das war ein hoher Preis für deine Seele und deinen Leib.

In der Taufe wurde dieser unser Körper mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnet und mit Wasser übergossen. Er ist mit Gott in Verbindung gebracht worden. Paulus sagt, er ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Also eine Wohnung Gottes und darum wertvoll.

Wie leicht gehen wir vom Gegenteil aus? Da wird der eigene Körper vielleicht so geringgeschätzt, dass er einfach vernachlässigt wird. Manche sehen den eigenen und die Körper der anderen mitunter sogar als eine Quelle permanenter Versuchungen. Oder der Leib wird vielleicht aufgrund von Krankheiten und Schmerzen nur noch als eine Last wahrgenommen. Andere beschleicht beim Anblick des eigenen Körpers eher ein gewisses Unbehagen und sie beschließen, Maßnahmen zur Selbstoptimierung zu unternehmen. Der schöne und gesunde Körper kann auch zum persönlichen Lebenssinn und damit zum Götzen werden.

In Gottes Wort lesen wir eine andere Botschaft: Dein Leib ist etwas sehr Kostbares. Du bist dafür verantwortlich. Wie du mit dir selbst umgehst, was du sexuell mit deinem Körper tust, ist nicht egal und es ist auch nicht allein deine Sache.

Ich verstehe schon, dass viele Christen meinen, so dicht müsste die Bibel uns nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pelle rücken. Was, Sexualität hat was mit dem Christsein zu tun? Ja, hat sie. Eben wegen der Auswirkungen. Es ist eine bittere Wahrheit, dass es kaum eine effektivere Methode gibt, sein Licht als Christ nicht leuchten zu lassen, sondern es unter den Scheffel zu stellen, als sexuelle Verfehlungen. Wer sich darunter etwas Genaueres vorstellen möchte, der kann einmal den ganzen Predigttext (1. Korinther 6,9-20) lesen und mag dabei auch wahrnehmen, dass Paulus dabei nicht nur den Bereich der Sexualität anspricht. Unseren Körper betreffen auch noch andere Dinge, zum Beispiel stoffgebundene Süchte und gieriges Verhalten.

Vielleicht hören wir in den Aussagen dieses Bibelwortes zunächst einmal die Anklagen. Vielleicht wollen wir innerlich schon die Steine aufheben, um sie auf die Menschen zu werfen, deren Sünden uns dazu einfallen. Ich stelle mir dann vor, wie Jesus mich ansieht und schweigt und schweigend die Frage stellt: „Und du? Du hast nichts von alledem jemals getan oder auch nur daran gedacht? Du hast es nicht laut oder leise gutgeheißen, gedeckt und damit gefördert? Du nicht?“ Was dazu führt, dass ich den Stein ganz schnell fallen lasse. „Doch Herr, ich auch.“

Und dann ist der Blick wieder frei auf das Ziel, das Gott im Auge hat. Nämlich dass wir nach allem, was wir falsch gemacht haben, auch das Richtige tun können. Dass Gott uns so verändern kann! Im Kleinen und im Großen. Unser Körper ist so wertvoll und so gut, dass wir Gott sogar damit loben können. Jede unserer Entscheidungen, was wir mit unserem Leib tun oder nicht tun, ist eine Entscheidung zum Lob Gottes. Das Licht des Glaubens kann durch so etwas Äußerliches wie unseren Körper hell leuchten. Ja, auch in dieser Hinsicht können andere Menschen unsere guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. Welch eine Wertschätzung, die Gott uns zeigt!

Andrea Grünhagen

Quelle: www.selk.de