Jahreslosung 2020
Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Markus 9,24
Tageslosung






















Monatsspruch für August 2020
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Psalm 139, 14 (L)
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 Gedanken zur Dreieinigkeit in der Trinitatiszeit

 

Wenn ein Erstklässler nach dem Ist-Zeichen so etwas in der Schule tatsächlich an die Tafel schriebe, er wäre sich lauten Gelächters aus der Klasse sicher. Wenn ein Pastor vor Menschen, die von Kindesbeinen an immer gehört haben, dass Gott nur einer ist, davon redet, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist, also drei Personen, ein Gott sind, was dann?

Ja richtig, da wird es schwierig! Das mindeste, was ihn dann erwartet, ist Skepsis. Immer und immer wieder wird im Taufunterricht von Iranern die Bitte laut: Can you explain this again!  Zu Deutsch: Können Sie das noch mal erklären. Ja, die Trinität ist für viele Iraner ein dicker Brocken. So kommt es immer und immer wieder zu Versuchen, Brücken zu bauen, das Unerklärliche unter anderem durch irgendwelche Analogiebeispiele ein wenig näher zu bringen, obwohl es hier keine letztlich tragenden, wahren Analogien gibt. Interessant, wie verschiedene Völker doch ihre ganz unterschiedlichen Problemfelder mit dem Evangelium haben. Als Missionar in Afrika habe ich, wenn es um die Trinität ging, nie sonderlich große Mühe gehabt.

Es ist wichtig sich um Menschen zu mühen und deshalb immer wieder nach Brücken, Zugängen oder auch Hilfskonstruktionen zu suchen. Was Iranern manchmal hilfreich erscheint und vielleicht auch den einen oder anderen von uns erreichen mag, ist dieses Bild:  Ein Wanderer, der sich verlaufen hat und nachts im Winter bei Eiseskälte im Wald herumirrt, schnuppert etwas: Oh, Rauch, denkt er und versucht, seiner Nase zu folgen, und tatsächlich findet er hinter dem nächsten Hügel bereits das Licht, das ihn schließlich zur rettenden Wärme führt. Dreierlei ist ihm begegnet:  Rauch, Licht und Wärme, doch ist ihm in der Kälte nur das eine Feuer zur Rettung geworden.

Solche Hilfskonstruktionen können lediglich annähern, die Skepsis lindern, zum Glauben per se führen sie nicht.

Dazu braucht es den Geist Gottes, der in alle Wahrheit leitet, also zu Christus hin, der die Wahrheit ist und bekennt, dass er so redet, wie es ihm sein Vater gesagt hat. Der Geist führt über Christus zum Vater.

Es ist immer wieder zu sehen, wie sich die Personen der Trinität wunderbar “zuarbeiten“. Sie atmen nicht nur denselben Geist, sondern sind eines Wesens.

Die stellvertretende Bitte einer der Jünger, die offensichtlich einen langen Weg gingen, ehe sie anfingen, etwas von der Trinität zu verstehen: “Herr, zeige uns den Vater“ ist zwar klar im “Ich und der Vater sind eins“ beantwortet. Dennoch bietet Christus allen, die es noch nicht recht glauben können, immer noch weiter die helfende Hand in seinem: “Glaubt mir, dass ich im Vater bin und mein Vater in mir; wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen.“ Das heißt doch nichts Anderes als mit Menschen, die es noch nicht sehen können, wie es sich um Gott verhält, zu Christus zu gehen, zu dem, der Sturm und Wellen gebietet und dem toten Lazarus zuruft: “Komme heraus“ und den Gichtbrüchigen “sündlos“ macht.“

Selbst die Gegner Jesu verstanden, dass so etwas nur Gott kann.

Vater, Sohn und Heiliger Geist sprechen nicht nur in ihrem Reden, sondern auch in ihrem Tun und Handeln dieselbe Sprache. Deshalb kommen nicht nur Iraner, sondern Menschen jeglicher Couleur und jeglicher ethnischen Herkunft durch Hilfe des Geistes, “der da lebendig macht“, auf dem Weg der Christus heißt, zum Schöpfer und Erhalter allen Lebens, zu unserem dreieinigen Gott.

 

                                                               Eine gesegnete Trinitatiszeit

                   wünscht Ihr / Euer

                Pastor Thomas Seifert