Jahreslosung 2020
Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Markus 9,24
Tageslosung






















Monatsspruch für Mai 2020
Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.
1. Petrus 4,10 (E)
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“Als sie aber noch nicht glaubten vor FREUDE ... “ (Lukas 24,41)    OSTERFREUDE?

Meinen Artikel beginne ich gar nicht freudig. Habe ich doch gerade an liebe Menschen gedacht, die nicht mehr dabei sind. Nicht mehr dabei, während viele von uns sich richtig freuen können über das Licht der Welt, die Ostersonne, die Auferstehung und alles, was das an Freude hervorruft. Die Gedanken wandern zu Menschen, die „nicht mehr mit uns laufen“ und darüber bin ich sehr traurig. Jeder von uns kennt solche schmerzlichen Gedanken. Warum ich Euch an Ostern und in der Osterzeit mit solch traurigen Gedanken quäle? Weil sie unbedingt zu Ostern gehören. Osterfreude ist doch gar nicht denkbar ohne vorherige Traurigkeit und Glaubensnöte, hervorgerufen durch das große Loch, das der gekreuzigte Christus hinterlassen hat. Auf ihn hatte man einst vertrauensvoll geschaut; er war die Lebensmitte, an der man sich gefreut hat.

Meine Gedanken wandern weiter. Sie wandern hin zu den kritischen Stellen im Glaubensleben. Dorthin, wo es „hart auf hart“ geht. Wo du „Farbe bekennen“ musst, dich nicht um die letzte Aufrichtigkeit drücken darfst, wenn du nicht zu den „elendesten unter allen Menschen“ (1.Kor 15,14+19) gehören willst, also denen, die sich etwas vormachen mit ihrem Glauben und ihre Zeit vertun mit etwas, was Leben genannt wird, aber kein Leben ist. Ich rede von den Stellen im Leben, an denen du dich gefühlt hast wie einer, der ansatzweise zu fühlen meint, dass alles doch unwahr sein könnte. Du bist entsetzt, weil du solche Stellen in deinem Leben nicht kennst? Gut, dann freu` dich aufrichtig daran und lass diesen Artikel denen gelten, die sehr wohl etwas wissen von echten Glaubenszweifeln. Solchen Zweifeln beispielsweise, die Du an einem Sterbebett erleben kannst, wo nicht alles so läuft, wie sich das ein Christ so erträumt, wo Kampf, Schmerzen, Glaubensnot, die Frage bohrt: ‘Wo bist du, mein Gott?‘. Noch einmal, wir sind mitten bei Ostern!

Mein Gefühl, meine Not, meine Schwachheit, ob am Sterbebett oder wo auch immer, ist nicht Maßstab für Wahrheit oder Unwahrheit. Wer denn von den Osterbeteiligten hätte sich nur irgendwie in seinem Schmerz, seiner empfundenen Desillusion, seiner Leere, seinem Beraubtsein von Hoffnung und seinen bis ins Mark gehenden, in tiefster Seele gefühlten Frustrationen am frühen Ostermorgen noch vorstellen können, dass Jesus der Christus, die Wahrheit, das Leben ist? Ich wage zu behaupten, niemand! Das absolute Sich-Täuschen in seinem Urteil über Gott gehört zu Ostern genauso wie das absolut ungläubige Staunen darüber, dass Christus wieder lebendig vor den Jüngern steht. Keiner konnte sich das vorstellen. Neben ihrem Empfinden, ihrem Unglauben, ihrem Gefühl ist Gott ganz Gott, der Schöpfer. Er spricht zu dem, was nicht ist, dass es ist.

Und so stehen die Jüngerals sie noch nicht glaubten vor Freude (Lukas 24,41) ungläubig vor dem Unfassbaren. Wir werden hier vom Evangelisten in den Moment mit hinein genommen, in dem der Verstand noch mit dem bereits wahrgenommenen Lebendigen ringt. Da keimt schon die Freude, bevor wir es recht glauben können. Das ist Ostern! Da kommen wir mit unserem Verstand gar nicht mehr recht mit, bevor wir uns vor Freude überschlagen. Er lebt, er ist wirklich! – wirklich “mein Herr und mein Gott“  (Johannes 20,28).

Ich wünsche Euch: Genießt die Osterzeit mit der großen Freude, die zu ihr passt. Lasst Euch von den Jüngern anstecken. Man spürt es ihren Osterberichten einfach ab, wie sie noch ganz und gar von der unglaublichen Freude über die Begegnung mit ihrem auferstandenen Herrn erfasst sind.

Es grüßt und wünscht euch eine frohe Osterzeit

                      und bald auch ein frohes Pfingstfest        

          Ihr/Euer Pastor Thomas Seifert