Jahreslosung 2017:
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung


Reformation
 
Monatsspruch für September 2017
          Und siehe, es sind letzte,  die werden die ersten sein, und erste, die werden die letzten sein.
   
Lukas 13, 30
                                     



Der katholische Luther – Ökumeniker oder Kirchenspalter?

 Unter dieser recht provokanten Überschrift stand der Vortrag von Probst Gert Kelter (Görlitz) am 08. März 2017 in unserem Gemeinderaum. Dabei ging es dem Vortragenden am wenigsten um Provokation, sondern zuvorderst um historische Fakten in der spätmittelalterlichen Welt und Luthers Biografie.

„Luther wurde katholisch getauft, katholisch ordiniert und katholisch beerdigt“, fasste Kelter Luthers religiöses Leben zusammen. Dennoch bedrohte Luthers Kritik die weltliche und kirchliche Ordnung im Heiligen Römischen Reich: ein Verzicht auf den kritisierten kirchlichen Ämterkauf und Ablasshandel hätte den Vatikan und das mit ihm eng verwobenen Reich in ihren finanziellen Grundfesten erschüttert. Dabei habe sich Luthers frühe Kritik am Ablasshandel in seinen 95 Thesen zunächst nur gegen die Auswüchse des Ablasshandels gerichtet, nicht jedoch gegen den Ablass an sich – der im Übrigen immer noch in der römisch-katholischen Kirche zu finden sei.

Der Versuch, sich Luthers zu entledigen, schien sowohl der Kirche, als auch dem Kaiser geboten. Luther selbst hingegen habe zwar den (Kirchen-)Bann zur Kenntnis genommen, aber ungetrübt weiter „katholisch gepredigt, katholisch getauft, katholisch ordiniert“. Diese Konsequenz zeige sich auch in den lutherischen Bekenntnisschriften, die immer wieder bewusst auf römisch-katholische Lehre verweise, ebenso wie in der Ähnlichkeit der lutherischen Liturgie zu der römisch-katholischen.

Überhaupt sei nach Kelters Worten und Luthers Auffassung die entstehende lutherische Kirche (ein Begriff gegen den sich Luther stets wehrte) die wahre katholische Kirche  (katholikós „allumfassend“), von der sich der Vatikan abgespalten habe. Insofern sei Luther –so wie alle Christen, die an der ursprünglichen Lehre Jesu und der Apostel festhalten- durchaus als Katholik zu bezeichnen.

Diese messerscharfe Differenzierung, die eigentlich eine große Stärke des Probstes ist, wurde von einigen Zuhörern als Aufruf zur bedingungslosen Ökumene missverstanden. Kelter selbst, der zwar von positiven Beispielen ökumenischer Arbeit in Görlitz berichtete, sähe jedoch keine Anhaltspunkte für eine „Wiedervereinigung“ der Volkskirchen: an die Stelle theologischer Differenzen träten inzwischen zunehmend Unterschiede in der Ethik.

Und so bleibt nach diesem Abend für uns „katholische Christen“ weiterhin ein wichtiges Gebetsanliegen:

HERR schenke uns die Einheit der Kirche und Reinheit der Lehre!

 

 

Der Schatz im Acker- hat Luther ihn gefunden?

 „Über Luther wird so viel gesprochen in diesem Jahr, da tun wir doch lieber das, was er getan hat: Gottes Wort studieren, also in der Tiefe verstehen.“ So begann Pfarrer i.R. Eckhard Kläs unseren Gemeindeabend. Und dann half er uns beim Studieren und Verstehen von Matthäus 13, 44-46. Beide Männer verkaufen in diesem Doppelgleichnis alles, was sie haben. Der eine, um den Schatz zu besitzen, den er auf einem Acker gefunden hat, der andere um eine wertvolle Perle zu kaufen.

Mir ist von diesem Abend und Eckhard Kläs' Worten besonders im Kopf geblieben:

 Der Perlenkäufer sucht gezielt. Der Mann auf dem Acker sucht gar nicht. Er hat wahrscheinlich nur gepflügt und trotzdem findet er. Jesus will sagen: Wir haben oft unsere Muster im Kopf, wie etwas sein muss oder laufen muss. In diesem Beispiel haben wir vielleicht unsere genauen Vorstellungen, wie man das Reich Gottes findet. Doch Jesus zeigt: Es gibt viele verschiedene Wege!

 Sie verkaufen alles. Alles was sie haben verkaufen diese Männer, nur für diesen einen wertvollen Schatz, für diese eine wertvolle Perle. Das heißt: Gott will unsere Nummer 1 sein! Nichts ist wichtiger. Alles sollen und dürfen wir für ihn und sein Reich hinter uns lassen. Wer oder was ist in deinem Leben auf Platz 1? An der Stelle, wo eigentlich Gott sein möchte. Darüber nachzudenken gab Eckhard Kläs uns mit.

 „In seiner Freude...“ geht der Mann hin und verkauft alles. Er freut sich so über den Schatz, dass dieser ihn dazu bringt alles zu verkaufen. Der Schatz selber, also Gott selber, lässt den Mann handeln. Es geht nicht um den Druck von außen, kein „Du musst“, sondern um den inneren Antrieb, einen inneren Dampf, so Eckhard Kläs. Die Freude über Gott selber lässt uns ihm nachfolgen, sein Wort lesen und verstehen und ihm immer wieder den 1. Platz in unserem Leben geben.

 Diesen inneren Dampf wünsche ich uns allen!

L R