Jahreslosung 2017:
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36,26

Tageslosung



Monatsspruch für November 2017
          Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.
   
Hesekiel 37,27
                                                  Kirchentag



Missionsfest am 01. Mai 2016

 

Der 01. Mai ist bekanntlich der „Tag der Arbeit“. Daher widmete auch unsere Paul-Gerhardt-Gemeinde diesen Feiertag einer besonderen Arbeit: der Arbeit unserer Lutherischen Kirchenmission.

Natürlich war wie bei jedem gewöhnlichen Maifest ein Gastredner eingeladen, jedoch keiner der üblichen ergrauten Gewerkschaftsbonzen, sondern mit Pastor Matthias Tepper (l.) ein junger, fröhlicher Arbeiter an Gottes Weinstock. Und so begann unser „Tag der Arbeit“ mit dem morgendlichen Sonntagsgottesdienst, der uns vielleicht nicht mehr außergewöhnlich erschien, aber dennoch einige Wesenszüge der klassischen Missionsarbeit zeigte: Mit Pastor Tepper war ein Prediger aus einem anderen Land (Belgien) gekommen, der in einem mehrsprachigen Gottesdienst samt Dolmetscher das Evangelium Menschen verkündete, die –wie unsere persischen Glaubensgeschwister – in ihrem früheren Leben wenig Berührungspunkte mit Jesus Christus hatten.

 Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde mit ihren Gästen zu einem klassischen, aber leckeren Arbeiteressen eingeladen, um sich für das anstehende Nachmittagsprogramm zu stärken. Der Eintopf gab so viel Kraft, dass sich danach insbesondere die Jugend beim Volleyball in der lieblichen Maisonne vergnügte. Dabei war es allerdings nicht das Ballspielen selbst, sondern vielmehr die ständigen Kletteraktionen auf das Gemeindedach (zur Bergung des Volleyballs), schweißtreibend.

Nachdem neben den Bällen auch die Ballspieler eingesammelt werden konnten, begann Pastor Tepper von seiner Arbeit in Brüssel zu berichten. Im Wesentlichen arbeite er als Pfarrer einer kleinen englischsprachigen Gemeinde in dem mehrsprachigen Brüssel. Die Gemeinde bestünde aus etwa 60 meist jungen Erwachsenen und Familien, die oft berufsbedingt nur einige Zeit in „Europas Hauptstadt“ leben würden. Somit herrsche in der Gemeinde eine ständige Fluktuation. Dies würde die Arbeit sowohl erleichtern, da sich die Gemeindeglieder für kürzere Zeiträume eher auf besondere Aufgaben – wie etwa die Missionsarbeit der Gemeinde – einließen, aber auch erschweren, da feste Strukturen fehlten. Gestützt würde die Gemeinde finanziell durch die Missouri Synode, die lutherische Gemeinde in Antwerpen und die allgemeine Kirchenkasse der SELK, sodass die Arbeit in Brüssel eigentlich nicht Gegenstand der Bleckmarer Mission sei. Dennoch würde die Brüsseler Gemeinde missionarisch wirken.

 

Da christliche Kirchen in Belgien nicht im besten Ruf stünden, greift Pastor Tepper neben der klassischen Seelsorge und karitativen Diensten auf außergewöhnliche Methoden zurück: Mit Straßentheater (und sogenannten „Flashmobs“) christlichen Inhalts versucht er die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Evangelium zu lenken. Ebenso teilt die Gemeinde kostenlos Kaffee in der (sehr teuren) Innenstadt der belgischen Metropole aus, um mit Menschen ins Gespräch über Gott und die Welt zu kommen.

 

Gleichzeitig suche er die Nähe zu Menschen in schweren Situationen. So sei er regelmäßig an dem Gedenkplatz für die Opfer der jüngsten Terrorakte in Brüssel zu finden und besuche die Asylantenheime, die auch in Belgien einen deutlichen Zuzug an Flüchtlingen aus der arabischen Welt erfahren hätten. Dort versuche er mit den Menschen über den christlichen Glauben zu sprechen und sogar christliche Lieder zu singen. Aber er erinnerte uns auch daran, dass der Missionsbefehl nicht nur den Pfarrern gelte: Vielmehr sei jeder von uns zur Verkündigung des Wortes Gottes berufen. Dies müsse nicht immer auf spektakuläre Weise oder in fremden Ländern geschehen, sondern könne genauso unter Freunden und Nachbarn getan werden.